Der Motor

TechnikDachkonstruktionMotorStyle

Das Herzstück unsers Reisemobils ist ein währschafter V8 Small Block mit 3.5 L und anständigem Drehmoment.

Es wurde lange abgeklärt und beraten was wohl stabiler ist und mehr technische Vorteile hat.
Wir machten uns schlau und griffen auf einige erfahrene Reisende zurück.
Benzin oder Diesel das ist hier die Frage?

Wir entschieden uns schlussendlich für einen robusten Benziner V8 mit einem ziemlich simplen Vergasermotor. Dieser beinhaltet nahezu keine Elektronik um somit die ach so geliebten meist mysteriösen Fehlerquellen abzuwehren. Fast wie ein Mofa nur eben ein wenig grösser und somit mit besserem Sound.

Mit grossen Benzin Tanks wollen wir die angebliche Benzin Knappheit umgehen welche in einigen Ländern herrschen soll. Dies sei aber auch nicht mehr so wie früher.

Motor1

Da Samuel Polymechaniker gelernt hat und nicht viel Ahnung von Otto Motoren besass, mussten wir natürlich das ganze Teil bis in die letzte Schraube zerlegen, einfach so, um uns mal mit der Hardware vertraut zu machen. Eigentlich wollten wir nur die Kurbelwellen Lager Schrauben nachziehen wobei wir bei der Revidierung noch einigen zukünftigen Defekten das Handwerk legen konnten.Teile die gelitten hatten, wurden ersetzt und erneuert.

Für so ein Unterfangen kannten wir nur ein Typen, der uns mit Herzblut und Erfahrung helfen würde – einen ehemaligen Klassenkameraden der Berufsschule von Samuel, Philipe Sonderegger (Dä Hädler)
Motor3  Motor4
Es war sehr interessant und hat sich definitiv gelohnt… da nämlich eine Zylinderbohrung beschädigt war. Hat wohl einer ein wenig gepfuscht beim Kolbenbolzen einpressen oder er hat sich selbständig gemacht, man weiss es nicht…
Auf jeden Fall hätte das unschön mit einem Motorenschaden enden können, was uns je nachdem wiederum viel Ärger gebracht hätte.

Motor2

Es musste also ein neuer Zylinderblock her

Motor5

Da einige Teile doch stark korrodiert waren, konnten wir sie verchromen lassen.
Zylinderkopfdeckel polieren etc. und dann sieht’s doch schon ganz toll aus oder?

Motor6 Motor7 Motor8

Hmmm wo gehören jetzt echt alle diese Schläuche und Teilchen hin?
Das stellte für Hädler kein grösseres Problem dar. Souverän zieht er die Kurbelwellen Flanschschraube mit 380 Nm an. Blöd nur das der Drehmoment Schlüssel nur bis 300 Nm ging.

Motor9 Motor10

Schade, dass er nicht lange so schön bleiben wird…

Motor11

Letzte Vorbereitungen vor dem Einbau… wird auch langsam Zeit! Im Time Management war keine komplette Revision eingeplant da wir davon ausgingen, dass der Austauschmotor uns schon um die Welt bringen sollte.

Motor12

Passt, sitzt, wackelt und hat Spiel, IQ IQ IQ IQ macht es auch nicht mehr…

Motor13

Zwei Wochenenden danach war es dann endlich soweit. Wir waren bereit für einen Testlauf.
Wie das halt so ist wenn wir samstags arbeiten, kann es gern und schnell mal ein bisschen später werden. Im Eifer des Gefechts wurde es draußen auch schon wieder hell. Der Testlauf erfolgte dann zur Freude der Nachbarn erst morgens um 3.00 Uhr in der Früh. Wir hatten fast eine schlaflose Nacht am Abend zuvor und waren so aufgeregt!
Instrumente provisorisch angeschlossen, Öldruck und Wassertemperatur musste vorerst reichen. Die Benzinpumpe hatten wir kurz laufen gelassen, damit der Motor mit Energie versorgt sein sollte.

Man glaubt es wirklich fast nicht, nach zirka 3 Sekunden örgeln, hörten wir die ersten richtigen Zündungen. Wir waren so überwältigt dass wir den Motor gleich wieder abschalteten um uns ein bisschen zu beruhigen.
Beim zweiten Versuch ging es etwa 2 Minuten und dann schnurrte er wieder wie eine Raubkatze!
Wir waren überglücklich und konnten uns fast nicht mehr erholen vor lauter Freudeschreien!
Dieser Motor wird uns um die Welt bringen!
Unsere Zweifel und Ängste womit Philippe auch mit dem Schlimmsten rechnete, den Motor nochmals auszubauen, wurde nicht wahr.

Motor14

Ein kleiner Schritt für die Menschheit doch ein grosser Schritt für das World Travel Team wurde somit beendet.
Wir fuhren ihn in den Sommerferien mit rund 3500 km gut ein.
Das einzige Teil um das wir uns nicht gekümmert hatten, stellte uns ein Bein. Die Visco Kupplung versagte, so dass es unter der Motorhaube und im Auto ziemlich warm wurde, was in der heissen Spaniensonne nicht besonders erwünscht ist.
Den Defekt konnten wir zuerst mit einer Schnur und nachträglich mit einem Aluminium Winkel beheben. Den Winkel konnten wir für eine Flasche Wein in einer Lastwagengarage in Frankreich konstruieren.

On the road since

1326 days