Die Dachkonstruktion – ein schwieriges Thema!

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Es gibt diverse Möglichkeiten das Dach zu gestalten.
Klar war, dass es möglichst leicht werden musste und daher aus Aluminium gefertigt werden musste.
Wir brauchen viel Stauraum für leichte Materialien. Der Stauraum muss abgeschottet sein und abgeschlossen werden können.

Als Schlafplatz wollten wir ein Maggiolina Dachzelt, da sich dies gemäss diversen Quellen sehr gut bewährt hat.
Natürlich gäbe es für solche Ansprüche auch wieder diverse Lösungen von einem Zelt der Marke Overland bis hin zu einem fixinstallierten Hubdach wobei man mit Kosten von 10’000€ rechnen muss.
Dies kam für uns nicht in Frage. Daher beschlossen wir die komplette Dachkonstruktion und das Maggiolina Dachzelt unseren Ansprüchen anzupassen.

Inbegriffen im Kauf des Landrovers war ein recht massiver Dachständer, den wir nicht auf die Reise mitnehmen wollen, da er eindeutig zu schwer war und die Platznutzung mit einem Dachzelt oben drauf auch zu wünschen übrig liess. Am Dachständer waren früher auch mal die Sandbleche montiert, welche sehr laut und unschön bei der Fahrt vor sich hin klapperten. Es ist doch viel schöner den V8 Sound zu geniessen als blöde Klappergeräusche.

Natürlich konnten wir bei der Dachkonstruktion nicht unendlich in die Höhe schießen, wobei wir uns auf ein Türöffnungsmass eines SCL 20 Containers bezogen um die Verschiffung auf dem Seeweg zu gewähren.

Eines Abends kam Samuel die zündende Idee, wie wir ein tolles Hebedach machen könnten.
Wir schneiden einfach den Boden des Maggiolina raus, welches wir dann direkt aufs Dach fix raufschrauben. Ein super Hebedach mit optimaler Platzausnutzung.
Das Maggiolina haben wir günstig im Südtirol erworben, wobei es uns trotzdem noch Überwindung gekostet hat mit der Stichsäge Hand anzulegen und einfach so den Boden raus zu schnipseln.

Als nächstes mussten wir das Dach demontieren um eine neue Konstruktion anzufertigen, wobei wir den Landrover einfach so skalpierten. Herr Büchel in Top Form…

Jetzt schaut er schon ein bisschen nackt aus ohne Türen, ohne Motor, ohne Dach und ohne Boden.
Open Air eben. Jetzt hatten wir aus dem Landrover ein Flintstone Mobil gemacht wobei statt des V8 die Füsse für den nötigen Antrieb sorgten.

Es gab viel Arbeit all die Profile anzupassen da keine rechtwinklige parallele Basis vorhanden war. Aber irgendwie überwanden wir auch dieses Hindernis.
Alles schön und gut aus Aluminium konfektioniert.

Hmmm wer soll das denn schweissen? Klar ist, es darf nur ein geübter Profi sein! Wie man weiss ist das eine Sache für sich. Nach längerer Suche stiess Samuel dann auf einen alten Kollegen, der Fahrzeugbauer gelernt. Er hat während seiner ganzen Ausbildung fast nur Alu geschweißt. Die Rede ist von Mane.

Super Arbeit hat Mane da geleistet. Die neue Dachkonstruktion ist viel stabiler, sodass es schon fast einem Überrollbügel gleichzusetzen ist. Da die Eigenkonstruktion von einer Person aufgehoben werden konnte, was man vom Originaldach mit Dachständer nicht sagen konnte, haben wir schon wieder Gewicht gespart.

 

Alles sauber mit Sika Flex verkittet, dass auch ja kein Wasser hinein kommt!

 

So habe ich mir das doch immer schon vorgestellt! Einfach hochkurbeln und schon hat man bequeme Stehhöhe im Mobil und bei Bedarf in einer Minute ein schönes, bequemes Bett.

Bevor es aber so weit war, musste das ganze noch schlau angeschraubt werden…

Sir Jonas Dankel hat alles noch schön eingeschwärzt und damit der Oxidation einen Streich gespielt. Danke Dankel!

Jetzt noch die Dichtungen und die Deckel mit den Kaba Schlössern montieren
und fertig ist das 380l Staufach. Es bietet Platz für zwei Passagiere der dritten Reiseklasse.

 

Das Ende einer langwierigen Prozedur, die sich in den Sommerferien schon das erste Mal super bewährt hatte.

Nochmals ein kleiner Vergleich

 

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